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Information über die Erhebung von Niederschlagswassergebühren

Sehr geehrte Grundstückseigentümerin! Sehr geehrter Grundstückseigentümer!
Auf Wiesen, Feldern, Baumschulflächen etc. versickert Niederschlagswasser im Boden und wird dem Grundwasser zugeführt. In diesen natürlichen Wasserkreislauf greift der Mensch ein, indem er Flächen bebaut und künstlich befestigt, so dass dort eine Versickerung weitgehend verhindert wird. Das Niederschlagswasser, das auf versiegelten Flächen anfällt, wird dem gemeindlichen Netz über Rohrleitungen zugeführt. Das bedeutet, dass bei Niederschlag in kürzester Zeit erhebliche Wassermengen auftreten, die durch die Abwasseranlage abgeführt werden müssen. Um dies auszugleichen, müssen Regenwasserrückhaltebecken und sonstige Anlagen wie z.B. entsprechende Kanäle betrieben werden.

Warum wird eine Niederschlagswassergebühr eingeführt?
Nach der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichtes Schleswig ist eine Gebührenspaltung zwingend vorzunehmen, Urteil vom 24.10.2001 – 2 L 29/2000.Bisher wurde das Abwasser jedoch lediglich nach dem Frischwasserverbrauch berechnet. Regenwasser, welches über die Kanalisation in die Kläranlage gelangt, wurde bisher lediglich prozentual berücksichtigt, nicht verursachungsgerecht. Gerechte Gebühren durch eine gerechte Umlegung der Kosten (nach dem Verursachungsprinzip).

Was ändert sich durch einen geteilten Gebührenmaßstab?
Die Gesamtkosten bleiben zum bisherigen Umlageverfahren gleich. Der geteilte Gebührenmaßstab ist keine zusätzliche Einnahmequelle. Die Gebühren für ein Wohngrundstück mit Einfamilienhaus können sich verringern. Grundstücke mit großen versiegelten angeschlossenen Flächen werden stärker belastet. Die Schmutzwassergebühr wird nach dem Maßstab des Frischwasserverbrauchs berechnet. Die Niederschlagswassergebühr wird nach der bebauten, überbauten und befestigten, also versiegelten Fläche, die an den öffentlichen Kanal angeschlossen ist, als Grund- und Benutzungsgebühr erhoben. Für den Bereich der öffentlichen Straßen, Wege, Plätze und Gebäude trägt die Gemeinde die Kosten.

Wie werden die Flächen für die Niederschlagswassergebühr ermittelt?
Grundlage sind die befestigten und gleichzeitig an die Kanalisation angeschlossenen Flächen eines Grundstücks. Die Mitteilung der Flächen erfolgt mit Hilfe eines Erhebungsbogens (mittels Selbstauskunft, zur Kostensenkung). Hilfestellung und stichprobenartige Überprüfung durch das Amt Trave-Land.

Welche Flächen werden berücksichtigt?
Es werden Dachflächen (Grundfläche des Gebäudes, zzgl. Dachüberstand und nicht die schrägen Dachflächen), befestigte Wege,und sonstige künstlich befestigte Flächen (z.B. Pflaster, Asphalt, Rasengittersteine), von denen das Oberflächenwasser in den Kanal gelangt berücksichtigt.

Welche Flächen werden nicht berücksichtigt?
Dachflächen oder sonstige künstlich befestigte Bodenflächen, von denen das Oberflächenwasser entweder auf dem eigenen Grundstück versickert (setzt eine Versickerungsanlage voraus) oder auf dem eigenen Grundstück in ein eigenes Gewässer eingeleitet wird.

Abtrennung vom Kanalanschluss und Versickerung auf dem eigenen Grundstück
Eine Versickerung setzt voraus, dass der Boden Ihres Grundstücks auch bei starkem Regen die Wassermengen aufnehmen kann, ohne dass diese auf Nachbargrundstücke, öffentliche Flächen oder durch einen Überlauf in die Kanalisation abfließen. Die Versickerungsfähigkeit sollte vor der Beauftragung von Abtrennungsmaßnahmen geprüft werden.

Wir bauen auf Ihre Mithilfe

Durch die Selbstauskunft (mittels Erhebungsbogens) sparen Sie Geld, da die umzulegenden Kosten der Flächenerhebung niedrig gehalten werden. Hier erhalten Sie Hilfe zum Ausfüllen in Form eines Beispielerhebungsbogens und der dazugehörigen Erläuterung.

Haben Sie Fragen? Brauchen Sie Hilfe?
Wenn Sie Fragen haben und Hilfe beim Ausfüllen des Fragebogens benötigen, können Sie gerne Kontakt mit Frau Strey, unter der Telefon-Nummer (0 45 51) 99 08-67 bzw. per e-Mail, aufnehmen. Während unserer Öffnungszeiten stehen wir Ihnen auch für Beratungsgespräche im Hause der Amtsverwaltung Trave-Land zur Verfügung. Terminvereinbarungen für Zeiten außerhalb der Sprechzeiten sind grundsätzlich auch möglich.